Die Spuren jüdischen Lebens in Leipzig reichen zurück bis ins Mittelalter. Aber erst als es den Juden im 19 Jahrhundert gestattet war, sich dauerhaft in der Stadt niederzulassen, wurde 1847 die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig gegründet. Nach einhundert Jahren wuchs die Gemeinde zur größten in Sachsen, hatte 1925 rund 13.000 Mitglieder - den Holocaust überlebten davon nur 24. Heute gibt es wieder eine große jüdische Gemeinde und ein Verein engagiert sich für das Miteinander von Juden, Christen und Bürgern Leipzigs. Die Tour zu Orten der jüdischen Geschichte und des jüdischen Lebens in Leipzig beginnt südlich im Stadtmuseum im Alten Rathaus und endet nördlich am Neuen Israelitischen Friedhof. *Geschichtsreisen, Religionsreisen*
Renaissancebau 1556/1557 errichtet ++ eines der letzten und bedeutendsten Renaissancebauwerke auf deutschem Boden ++ beherbergt seit 1909 das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig ++ großer Festsaal, Ratsstube, Landschaftszimmer des Spätbarock, Schatzkammer ++ Ausstellung zur Stadtgeschichte ++ bedeutende Objekte u. a. Modell des Gewandhauses, das echte Dirigentenpult aus dem Alten Gewandhaus, das einzige authentische Porträt Johann Sebastian Bachs (von Elias Gottlob Haussmann), Galerie von Stadtrichterporträts vom 17. bis 19. Jahrhundert, großformatige Bildnisse der wettinischen Landesfürsten ++ Fotothek (100.000 Objekte, historische Sammlungen) ++
Kaufhaus des Familienunternehmens Bamberger & Hertz ++ erbaut 1911 ++ Herrenkonfektionshaus von Heinrich Bamberger ++ Boykott jüdischer Geschäfte und Lieferbeschränkungen nach 1938 ++ 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt, Firma Bamberger & Hertz aufgelöst, AG Königsbau enteignet ++ Brüder Ludwig und Gustav Bamberger verstarben in den KZ's Riga bzw. Theresienstadt ++ Gedenktafel im Innenhof (2003)
Ort der liberalen Hauptsynagoge (Einweihung 1855, in der Pogromnacht 1938 zerstört) ++ heute im Grundriss „Gedenkstätte am Ort der Großen Gemeindesynagoge für die während der Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzten, verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Leipzig“ ++ 2001 eingeweiht ++ Architekten Sebastian Helm, Anna Dilengite ++ Fläche 12 × 12 m, Feld aus 140 leeren Bronzestühlen ++ Wand aus Sichtbeton mit Texten auf drei Bronzetafeln (englisch, deutsch, hebräisch) ++ Gedenkstein aus Cottaer Sandstein (1966, Bildhauer Hans-Joachim Förster) ++
Früheres Israelitisches Altenheim ++ erbaut 1931 ++ Bauherr Max Ariowitsch ++ 1942 Heimbewohner deportiert, Grundstück von der Gestapo übernommen ++ 1945 Nutzung durch amerikanische Besatzungstruppen, sowjetische Besatzungsmacht ++ 1948 an die Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig übertragen ++ ab 1997 Altenheim ++ seit 2009 Begegnungs- und Kulturzentrums der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig ++ Umbau durch Architekten Weis & Volkmann Leipzig und arch42 Ernst Scharf Berlin ++ Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. 2007 von jüdischen, christlichen und nichtkonfessionellen Leipziger Bürgerinnen und Bürgern gegründet ++ Konzerte, Vorträge, Lesungen, Seminare ++ Bibliothek ++
Veranstaltungsreihe "Schalom - eine Woche der jüdischen Kunst und Kultur" ++ findet alle zwei Jahre statt ++ Veranstalter u. a. Stadt Leipzig, Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus, Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig, Ephraim Carlebach Stiftung ++ Veranstaltungen zu Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens in Leipzig ++ Lesungen, Konzerte, Filme, Theateraufführungen, Vorträge, Rundgänge, Gesprächsrunden ++
Stadthaus ++ seit 1920 Sitz der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig ++ 1939-1945 eines der 47 „Judenhäuser“ in Leipzig ++ Ephraim Carlebach Stiftung, Rolf-Kralovitz-Bibliothek ++ Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig wurde 1847 gegründet ++ 1925 13.000 Mitglieder ++ nach dem Holocaust sind 24 Personen am Leben geblieben ++ heute ist die Gemeinde wieder die größte jüdische Gemeinde in Sachsen ++
Talmud-Thora-Synagoge ++ Etagenumbau eines Doppelwohnhauses 1904 ++ beide unteren Geschosse als Betsaal ++ nach dem Handelsplatz in Galizien benannt ++ Architekt Oscar Schade ++ 1937 zwangsversteigert, 1938 geschlossen ++ während des Zweiten Weltkrieges Seifenlager ++ Wiedereinweihung 1945, 1993 ++ 1993 Restaurierung ++ Israelische Religionsgemeinde Leipzig ++
Spätklassizistischer Bau aus dem Jahre 1844 ++ letzte (und einzige erhaltene) Privatwohnung Felix Mendelssohn Bartholdys ++ Museum ++ hier wohnte der Komponist mit seiner Familie seit 1845 und starb am 4. November 1847 ++ ehemalige Wohnung mit originalem Mobiliar, Brief- und Notenautographe, Erstdrucke, Aquarelle Mendelssohns ++ im Arbeitszimmer entstand das Oratorium „Elias“ ++ 1846 eine Begegnung Mendelssohns mit Richard Wagner ++ Musikwissenschaftliches Institut der Universität Leipzig, Zweigstelle Musik der Universitätsbibliothek, Kammermusiksaal, historischer Garten, erhalten gebliebenes Gartenhaus ++ kultureller Gedächtnisort ++
Denkmalgeschützter zweiter israelitischer Friedhof Leipzigs ++ angelegt 1864, geschlossen 1928, letzte Beerdigung 1983 ++ am kommunalen Nordfriedhof ++ 2 ha ++ 2.700 Grabstellen ++ Grabmale mit spanisch-maurischen Stilelementen, ägyptisierende, neogotische, Neorenaissance-Formen ++ Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit 121 Namen (1926, Art déco, Architekt Wilhelm Haller) ++ Grabstätten u. a. von Henriette Goldschmidt, Abraham Meyer Goldschmidt, Julius Fürst, Jacob Plaut, Pascal Deuel ++
Friedhof in Parkgestaltung ++ angelegt 1928 ++ Fläche 2,3 ha ++ 1.025 Grabstellen ++ künstlerisch gestaltete Grabmale (Bauhaus, Art Deco) ++ alte Grabsteine des ältesten jüdischen Friedhofs Leipzigs (1814, Johannistal, erzwungene Umbettung) ++ Grabstein eines Wunderrabbis ++ Feierhalle von Wilhelm Haller von den Nazis gesprengt ++ Mahnmal für die ermordeten Leipziger Juden (1951) ++ neue Feierhalle (1972) ++
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